Sandlingalm

Sandling-Umrundung

eine ausgedehnte Wanderung mit traumhaften Ausblicken – „Bike to Hike-Tour“ oder reine Wanderung mit kurzer Anfahrt

beschreibt Elke in Elkes Kleinodien – Natur-Highlights per Bike zu erreichen

WER ist Elke

Elke Rabeder
Porträt Elke

Elke Rabeder

Als langjähriger MTB-Guide kennt Elke Rabeder die Gegend rund um Bad Goisern fast besser als ihre Trikot-Tasche. Als 2fache österreichische Mountainbike-Downhill-Meisterin ist sie nicht nur mit viel Federweg unterwegs, sondern liebt es, ihre Kondition in der vielleicht schönsten Gegenden auf Vordermann zu bringen. Besondere Plätze, tolle Ausblicke und spezielle Landschaften haben es ihr ebenfalls angetan.

Sandling

 

Der 1717 Meter hohe Sandling liegt im Ausseerland, ganz knapp an der Grenze zu Oberösterreich und ist dadurch von beiden Seiten sehr gut zu erreichen. Da in dessen Inneren das große Salzlager für den Altausseer Salzbergbau ruht,  hat der alleinstehende schöne Berg geschichtsträchtigen Hintergrund. Am Südhang  konnte eine römerzeitliche Siedlung aus dem 2. bis 4. Jahrhundert entdeckt werden, wo man bereits einen Salzabbau vermuten konnte. Doch auch zum Besteigen und Umrunden hat er mit seiner immer wechselnden Aussicht große Anziehungskraft.

Während der Weg zum Gipfel teilweise mit Seilen gesichert ist, und man dabei trittsicher und schwindelfrei sein sollte, ist die Umrundung des Sandlings eine eher ungefährliche, aber nicht weniger attraktive Alternative.

Die Hälfte des Weges legt man auf Forststraßen bzw. breiten Wegen zurück, die andere Hälfte führt auf alpinen Wegen, die zwar nicht „ausgesetzt“, aber durch viele Wurzeln und Steine charakterisiert sind. Gutes Schuhwerk ist also auf alle Fälle von Vorteil.

 

Ausgangspunkt

 Variante I (+III): Parkplatz Flohwiese

(Schild „Höhenloipe Predigstuhl) per Auto oder (E-)Bike

4 km (ca. 400 HM) von St. Agatha auf 947 m Seehöhe. (steile Asphaltstraße „Pichlern“)

Variante II:          Waldgraben-Kreuzung

(nahe bzw. kurz vor des ehemaligen Gasthofs Haus Sarsteinblick): -> von St. Agatha mit dem Bike durch den Leisling (entlang des großen Zlambachs/Leislingbachs)
ca. 400 HM, 7,5 km ca. 1 h – die mit dem Bike sicherlich schönere und angenehmere Anfahrt

Oder per Auto über den Pötschenpass – Ober Lupitsch – Scheibenstraße – Waldgrabenkreuzung 12 km

 

Wegbeschreibung:

VARIANTE I: Von der Flohwiese nehmen wir rechts den „Salzkammerweg“ Richtung Leisling 250/201 bzw. Waldgraben. Später ist der immer etwas matschige Weg als „Römerweg“ deklariert.

Nach ca. 40 min mündet man in eine Forststraße ein, der man leicht bergauf folgt. Man hält sich immer Richtung Waldgraben! Es wechselt noch zweimal in einen Weg (Einmündung der Variante II) bis es schließlich auf einer Schotterstraße länger bergab geht. Wir treffen auf einer Kreuzung auf eine Asphaltstraße und folgen dieser nach links (Waldgraben 5 min).

Kurz nach dem ehemaligen Gasthof Haus Sarsteinblick stoppen wir bei der nächsten Kreuzung.  Das wäre jetzt der Einstiegspunkt für die Radler, die über den Leisling bis hierher fahren -> Startvariante II.

VARIANTE I & II: Jetzt folgen wir dem Wegweiser „Loser Arena, Blaa-Alm“ links bergauf der Forststraße. Nach ca. 25 Minuten erreichen wir das Portal des Moosberg-Stollens, dem ehemaligen Zentrum des Altausseer Salzbergbaus.

Infotafel Moosberg
Infotafel Moosberg

 „immer wieder informieren Tafeln  über den historischen Salzabbau“

Nach weiteren 10 min hält man sich wieder links leicht bergauf Richtung „Loser Arena, Blaa-Alm“ bis zum Bräunerberg-Stollen, dessen neu gebauter Unterstand unbedingt zu einer kurzen Rast einladen. Dabei können wir den Blick auf Loser, Trisselwand und „Konsorten“ auskosten.

Bräunerbergstollen
Bräunerbergstóllen

Weiter geht’s ein paar Minuten auf der Schotterstraße bis zu einem großen Wegweiser. Wir nehmen links steil bergauf den Weg Nr. 252 Richtung Ausseer Sandlingalm und Lambacherhütte.

Jetzt wird der Weg zwar steiler und alpiner, aber auch abwechslungsreicher. Immer wieder kommt am Weg ein altes Wasserrohr zum Vorschein, in dem man es „Rauschen“ hört. An heißen Tagen spürt man auch bei einigen Erdlöchern einen kalten Luftzug, das Hinweis auf ein vorhandenes Höhlensystem gibt.

Nach einer knappen halben Stunde können wir rechts unter uns den Speicherteich des Sandlingliftes durch die Bäume erspähen. Schon bald können wir uns am Brunnen der Ausseer Sandlingalm erfrischen.

Bei den Hütten folgen wir den Schildern: Lambacherhütte und Sandling bergauf (Weg Nr. 201). In Mitten der Alm (bei einer Tanne) orientieren wir uns immer an der Markierung leicht links bergauf (nicht dem Steig zur Pitzingalm folgen) und genießen immer wieder die Aussicht auf den Loser (mit Greimuth und Bräuningszinken links dahinter), sowie auf die Trisselwand, rechts davon, und den darunter liegenden Altausseer See.

Bergdistel
Bergdistel – Ausseer Sandling

Noch etwas aufwärts, dann gelangen wir zu einer Wegkreuzung, wo der Weg auf den Sandling abzweigt. Wir folgen jedoch dem Weg Nr. 201 Richtung Lambacher Hütte. Nach ein paar Meter können wir entweder den schmalen (schon etwas verwachsenen) Steig, oder die darunterliegenden Schotterstraße nehmen – es vereint sich weiter vorne wieder.

In der Nähe der „Ahnlbank“ (an den man der Aussicht wegen auf Leonsberg, Schafberg etc. kurz inne halten sollte) erreichen wir mit 1358 m den höchsten Punkt dieser Tour. Kurz darauf müssen wir uns links halten und dem markierten alpinen Weg halten. 5 Min später erreichen wir die Vordere Sandlingalm.

Dort  genießen wir den genialen Ausblick auf den Gipfel und das Dachsteinmassiv mit seinem Gletscher. Viele große Felsblöcke erinnern auf den vor ca. 100 Jahre stattgefundenen Felssturz, wo der Sandlingturm an der Westwand abbrach und über sechs Millionen Kubikmeter Kalkgestein teilweise die Alm verschütteten.

 

Felssturz auf der Sandlingalm
Sandlingalm – Felssturz

 „Bizarre Felsformationen und Gesteinsbrocken erinnen an den September 1920“

Beim großen Wegweiser folgen wir vorerst noch immer Weg Nr. 201 „Lambacher Hütte“, kurz später halten wir uns bei einer der Hütten links Richtung „Ober Lupitsch“ Weg Nr. 250.

VARIANTE III – Lambacher Hütte: Alternativ könnte man auch über die Lambacher Hütte (nur an Wochenenden bewirtschaftet) – Raschberghütte, Weg Nr. 248 und Toleranzweg zur Flohwiese absteigen. (etwa um 15 Minuten länger)

Der jetzt bergab führende Weg Nr. 250 ist beim Übergang von der Alm zum Wald sehr morastig und es verlangt einiges an Balancegefühl sauber durch zu kommen. Nach ca. 15 min verzweigt sich der Weg. Wenn wir zurück zur Flohwiese wollen (Variante I), nehmen wir den rechten (Nr. 248 „Leisling Flohwiese“). Weiter unter 1)

Falls wir bei der Waldgraben-Kreuzung gestartet sind (Variante II) nehmen wir den linken (Nr. 250 „Ober Lupitsch“). Nach ca. 15 min münden wir in eine Forststraße, jetzt sind wir wieder auf der Originalroute.  Weiter nach links (Richtung Waldgraben).

1) Wir folgen immer den Schildern „Flohwiese“ und kommen schließlich über den Salzkammerweg/ Römerweg nach ca. 5 h wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

 

Ausrüstung

Festes Schuhwerk mit griffiger Sohle, Regenschutz sowie ausreichend Getränke und Essen mitnehmen.

 

Einkehrmöglichkeit

gibt es unterwegs leider keine. Daher für genügend Proviant sorgen und „Durchhalten“ bis zum Agathawirt!

Dauer

Variante I – Start bei der Flohwiese ca. 5 h Gehzeit / inklusive Anfahrt mit dem Bike ca. 6 h

Variante II – Start bei der Waldgraben-Kreuzung ca. 3,5 h Gehzeit / inkl. Anfahrt mit dem Bike 5 h

Variante III – Start bei der Flohwiese, Rückweg von der Vorderen Sandlingalm über Lambacher Hütte – Raschberghütte – Weg Nr. 248 – Toleranzweg: ca. 5 h 15 Gehzeit